Die Sage

von den Hardmännlein von der Ramsflue

Vor vielen, vielen Jahren trieben die Hardmännlein ihr Wesen in einer Höhle unterhalb der Ramsflue. Sie trugen ein langes, rotes Gwändli und einen grossen Bart. Die Männlein waren kaum so gross wie Erstklässler.

An schönen Sommertagen konnte man sie beobachten, wie sie an den steilen Felsen herumkletterten um Wurzeln und Beeren zu sammeln.

 Nichts fürchteten sie mehr als böse Menschen, welche andere gerne auslachten. Jeden Sommer halfen sie den Erlinsbacher Bauern, die während der Heuet besonders hart arbeiten mussten. Im unwegsamen Gelände musste alles Heu von Hand zu den Wagen geschleppt werden. Dass die Bauern die Hardmännlein nachher in Ruhe liessen, war denen Dank genug.

 

Im Winter gingen die Hardmännli im obersten Speuzerhaus ein und aus. Auf der warmen Ofenbank sitzend lauschten sie den Gesprächen der Leute. Dabei achteten sie immer darauf, dass ihre Füsse durch den Mantel verdeckt waren. Dieses Verhalten machte einige Dorfkinder neugierig. Heimlich streuten sie in der Nacht Asche vor das Bauernhaus. Am nächsten Morgen schauten sie sich die Abdrücke, welche die Hardmännli auf ihrem Nachhauseweg hinterlassen hatten an: lauter Gänse- und Ziegenfüsse! Darüber lachten die Kinder so laut, dass es sogar die scheuen Hardmännli oben auf der Ramsflue hörten. Sofort verliessen sie ihre Höhle und verkrochen sich tief in den Juraschluchten. Von diesem Tag an hat man nie mehr ein Hardmannli gesehen.